25. IGA-TAGUNG: KÜNSTLICHE INTELLIGENZ IM GENOSSENSCHAFTLICHEN ÖKOSYSTEM

Das internationale Institut für Genossenschaftsforschung im Alpenraum veranstaltete am Freitag, den 10. November 2023, in Bozen, im Pavillon des Raiffeisenverbandes Südtirol die 25. IGA-Tagung.

Künstliche Intelligenz: Hype oder Chance?

Welche Rolle lernfähige und strategische Maschinen im Ökosystem von Genossenschaften spielen können, hat die IGA-Tagung am 10. November 2023 in Bozen angesprochen.

„KI (Künstliche Intelligenz) ermöglicht es technischen Systemen, ihre Umwelt wahrzunehmen, mit dem Wahrgenommenen umzugehen und Probleme zu lösen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.“ So erklärt das Europäische Parlament auf seiner Website diese Technologie, die gerade „in aller Munde“ ist, wie es Herbert von Leon wahrnimmt, Obmann des Raiffeisenverbandes Südtirol. Solche Systeme sind in der Lage, ihr Handeln anzupassen, indem sie die Folgen früherer Aktionen analysieren und autonom arbeiten. Für Arnulf Perkounigg, Vorsitzenden der IGA (Institut für Genossenschaftsforschung im Alpenraum), ergibt sich daraus „ein Spannungsfeld zwischen Fluch und Segen“. Mit dieser Haltung zählt er zu jenen 88 Prozent der Europäer und Europäerinnen, die sagen, dass „diese Technologien mit Vorsicht eingesetzt werden sollten“, wie es das Eurobarometer 2017 untern den 28 EU-Ländern erhoben hat. Dennoch sind 61 Prozent der Europäer und Europäerinnen KI und Robotik gegenüber positiv eingestellt.

Wie erleben Genossenschaften im Alpenraum dieses Phänomen?

Um das Thema in seinen verschiedenen Facetten zu beleuchten, hat die IGA Praktiker aus dem genossenschaftlichen Kredit- und Warenbereich eingeladen und mit strategischer Führungsforschung konfrontiert.

Sportlich packte Manuel Schwarzinger, Bereichsleiter IT & Digitalisierung in der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich das Thema an. Die fünftgrößte Bank in Österreich mit umfangreichem Beteiligungsportfolio besitzt jedenfalls schon eine wichtige Voraussetzung für den Einsatz von KI: große Datenmengen. Für die Teilnehmenden hatte der Raiffeisen-Experte einen Fragebogen zum Self-Assessment mitgebracht.

Ganz konkrete Anwendungsfälle in der BayWa hatte Gabriel von Mitschke-Collande im Gepäck. Mit Hilfe der KI-gestützten Gebrauchtmaschinen-Schätzung ermittelt die BayWa im Gebrauchtmaschinen-Handel präzise Marktpreise. Im Bereich Marketing unterstützt KI bei der Zusammenstellung von Kampagnen und der Auswahl von Zielgruppen auf Basis des Kaufverhaltens der Kunden. Schließlich wird auch die „Qualität der Artikelstammdaten mithilfe von Generative AI (ChatGPT)“ erhöht, wie der CDO der BayWa betont.

Etwas „Wasser in den Wein der Vorredner“ schüttete Michael Nippa, der feststellte: „Fakt ist, es ist ein Hype.“ Der Professor für strategische Führung und Internationales Management an der Freien Universität Bozen unterlegte seine These mit einer eigenen Internetabfrage zum Suchbegriff „ChatGPT“ in Italien, dem „Hype Cycle for Artificial Intelligence“ von Gartner 2023 und einer Suchanfrage nach Titeln, Abstracts und Schlüsselbegriffen wie „Artificial Intelligence“ oder „AI“ im Harvard Businessmanager. Mit Hinblick auf die Bedeutung von KI für Genossenschaften betonte Nippa: „Man braucht KI dort, wo man große Datenmengen hat.“

Kompetenzzentrum für das Management von Genossenschaften an der Freien Universität Bozen gegründet

In Südtirol sind Genossenschaften seit jeher ein Eckpfeiler und Motor der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Ziel des Kompetenzzentrums sei es, Forschung und Innovation für das Genossenschaftswesen zu fördern, um die Veränderungen, die sich aus den sich ständig ändernden sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen ergeben, zu bewältigen, erklärte Peter Agstner, Mitglied des Führungsgremiums des Kompetenzzentrums, dem auch Michael Nippa angehört. Das Kompetenzzentrum arbeite mit Südtiroler Institutionen zusammen, die sich für die Entwicklung des Genossenschaftswesens einsetzen, wie z. B. die Südtiroler Genossenschaftsverbände Coopbund, Raiffeisenverband, Cooperdolomiti und die Associazione Generale delle Cooperative Italiane (AGCI), sowie mit nationalen und internationalen Forschungsinstituten, die die untersuchten Phänomene aus einer multidisziplinären Perspektive betrachten.

Adresse

Internationales Institut für Genossenschaftsforschung im Alpenraum
Pechestraße 12
A-6020 Innsbruck in Tirol
Österreich
+43 664 1840053

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