Tagung in Innsbruck

Die 13. Tagung des Internationalen Forschungsinstituts für das Genossenschaftswesen im Alpenraum fand im Jahr 2008 in Innsbruck statt und beschäftigte sich mit dem Generalthema „Die Verantwortung von Genossenschaften für Volkswirtschaft und Gesellschaft“. In drei Einführungsreferaten wurde der Grundstein für die anschließende Diskussion über dieses Thema gelegt, wobei dieses Thema durch die jüngsten Entwicklungen auf den Finanzmärkten eine in der Vorbereitungsphase ungeahnte Aktualität gewann.

14. Nov. 2008

A.o. Univ.Prof. Dr. Dietmar Rößl von der WU Wien untersuchte in seinem Vortrag „Einzelwirtschaftliche Ziele im Wettstreit mit der gesellschaftlichen Verantwortung“ die unterschiedlichen Ausgangslagen und zeigte dabei überzeugend auf, dass einzelwirtschaftliche Ziele durchaus nicht in einem Gegensatz zur gesellschaftlichen Verantwortung stehen müs-sen. Von wesentlicher Bedeutung aus der Sicht der Verantwortung ist auch die langfristige Ausrichtung des Vorteilsstrebens, welche bei Genossenschaften üblicherweise stark ausgeprägt ist.

Einen besonderen Aspekt der Verantwortung von Genossenschaften zeigte der Geschäftsführer des Raiffeisenenergieverbandes in Südtirol, Dr. Rudi Rienzer, in seinen Ausführungen über „Umweltschutz – auch ein Auftrag für Genossenschaften“ auf, in denen er beeindruckend die Bemühungen in Südtirol aufzeigte, durch Schaffung erneuerbarer Energieanlagen zu einer vollkommenen Unabhängigkeit von fossiler Energie zu kommen. Diese Bestrebungen stellen nicht nur eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative zu steigenden Ölpreisen dar, sondern sorgen auch dafür, dass vermehrt Wertschöpfung in den einzelnen Regionen ver-bleibt.

Nach einer kurzen Vorstellung seiner Bank zeigte Vorstandsmitglied Hermann Kerler bei seinem Thema „Schlüsselfunktion der Genossenschaftsbank für ihre Region“ anhand konkreter Beispiele der Raiffeisenbank Pfaffenhausen auf, welche wichtigen Impulse von einer Genossenschaftsbank für das Wirtschaftsleben in der eigenen Region ausgehen können. Diese Beispiele zeigten klar auf, dass es bei einer Genossenschaftsbank um mehr geht, als nur dem Anbieten von verschiedenen üblichen Bankleistungen, ohne jedoch dabei die Ertragskraft der Bank zu vernachlässigen.

In der darauf folgenden Diskussion, die unter der Moderation von RAin Regina Wenninger, Vorstandsstab und Kommunikation im Genossenschaftsverband Bayern, stattfand, wurden noch weitere Gesichtspunkte beleuchtet und Ausführungen der Impulsreferate vertieft. Am Ende der Tagung konnte jeder Teilnehmer eine Fülle von Denkanstößen mitnehmen und vor allem die Überzeugung gewinnen, dass es sich bei der Verantwortung von Genossenschaften für Volkswirtschaft und Gesellschaft nicht um leere Worthülsen, sondern um gelebte Praxis handelt.

Ich möchte mich an dieser Stelle im Namen des IGA besonders bei den Referenten der Tagung für Ihre Bereitschaft bedanken, ihre Vorträge durch die Drucklegung dieses Bandes 14 der Genossenschaftlichen Schriftenreihe der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Dir. Mag. Arnulf Perkounigg

Adresse

Internationales Institut für Genossenschaftsforschung im Alpenraum
Pechestraße 12
A-6020 Innsbruck in Tirol
Österreich
+43 664 1840053

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