Tagung in Meran

Die 16. IGA-Tagung im November 2011 im Veranstaltungszentrum KIMM in Meran/Mais setzte sich intensiv mit der Frage auseinander, inwieweit sich das aus der genossenschaftlichen Tradition erwachsene Ehrenamt heute noch mit den Anforderungen einer zeitgemäßen Unternehmensführung in Einklang bringen lässt.

18. Nov. 2011

In seinen einführenden Worten zeigte der Vorsitzende vom IGA, Arnulf Perkounigg, auf, dass sich in der Gesamtbetrachtung der genossenschaftlichen Unternehmensführung und Unternehmenskontrolle dieses Span-nungsfeld von mehreren Seiten aufbaut. Einerseits stellen die wirtschaftlichen Rahmenbedin-gungen und Marktgegebenheiten immer größere Anforderung an die Verantwortlichen und andererseits verändern immer umfangreichere gesetzliche Regelungen permanent das Anforderungsprofil an Unternehmensführer und Aufsichtsräte.

Dipl.Math. Eric Meyer, Gf. des Instituts für Genossenschaftswesen an der Universität Münster, hat dieses Thema wissenschaftlich aufgearbeitet und dabei ua festgehalten, dass sich die Risikosituation bei Genossenschaften auf Grund der genossenschaftlichen Ausrichtung der Unternehmen in aller Regel überschaubarer darstellt als bei anderen Unternehmen. Gerade das genossenschaftliche Modell der Selbstverwaltung ist adäquat zur eingegangenen Risikoposition. Um die Selbstverwaltung auch im Zuge höherer Anforderungen zu bewahren, gilt es allerdings strukturierende Vorbereitungen hinsichtlich Informationsbedarf, Kommunikation und Rekrutierung zu treffen.

RA Dr. Nicolussi-Leck, Obmann des Raiffeisenverbandes Südtirol, brach eine Lanze für den ehrenamtlichen Funktionär, gleich ob Verwaltungsrat, Vorstand oder Aufsichtsrat. Für eine gedeihliche Entwicklung des genossenschaftlichen Unternehmens ist es allerdings unabdingbar, dass alle Verantwortlichen – Geschäftsführer, Verwaltungsrat und Aufsichtsrat – am viel zitierten gemeinsamen „Strick" ziehen. Letzten Endes kommt es auf die Personen an, die ihre jeweilige Funktion engagiert und verantwortlich ausfüllen müssen.

WP/StB Franz Krause, Leiter des Prüfungsbereiches Banken beim Bayerischen Genossen-schaftsverband, ging in seinem Referat speziell auf die verschärften aufsichtsrechtlichen Vorschriften für Aufsichtsräte infolge der Finanzkrise ein und hielt als eine der Kernaussagen fest, dass die Anforderungen auf das Geschäftsmodell auszurichten sind, ganz nach dem Motto: Geschäfte, die nicht getätigt werden brauchen auch nicht verstanden und überwacht werden. Er nahm bestehende Ausbildungskonzepte unter die Lupe und hielt dazu fest, dass umfangreiche Schulungsmaßnahmen zwar notwendig, aber durchaus ausreichend sind.

In der anschließenden Podiums- und Publikumsdiskussion unter der Leitung von Frau Dr. Andrea Karner, Chefredakteurin von „cooperativ", bei der am Podium neben den Referenten auch noch Prof. Dr. Markus Dellinger, Syndikus beim Österreichischen Raiffeisenverband und Prof. Dr. Karl Paulhart, Direktor der Raiffeisenakademie, vertreten waren, wurden einzelne Themenbereiche noch vertieft und zukünftige erwartete Anforderungen erörtert.

Die über diese Tagung erscheinende Broschüre in unserer Genossenschaftlichen Schriftenreihe (Band 16) ist derzeit in Ausarbeitung.

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