Das Internationale Institut für Genossenschaftsforschung im Alpenraum veranstaltet am Freitag, den 10. November 2017 im Hotel Hilton in Innsbruck die 21. IGA-Tagung. Thema: "Brauchen wir noch Genossenschaften?"  mehr

2001: Rückzug der öffentlichen Hand – ein Neuer Anstoss zur Selbsthilfe

Bereits zum sechsten Mal fand im November 2001 die schon traditionelle Genossenschaftstagung des Internationalen Instituts für Genossenschaftsforschung im Alpenraum statt und befasste sich mit einem Thema, das in Zeiten des „Nulldefizits“ mit seinen rigorosen Einschränkungen der Ausgaben der öffentlichen Haushalte in allen Bereichen von besonderer Aktualität ist. In häufig geführten Diskussionen stellt sich immer wieder die Frage, ob dieser Rückzug der öffentlichen Hand nicht ein neuerlicher Anstoß zur Selbsthilfe und damit zur Gründung von Genossenschaften sein kann. Namhafte Wissenschaftler haben diese Themenstellung bei dieser Veranstaltung von verschiedenen Seiten beleuchtet und sind zu interessanten Ergebnissen gekommen.
Einleitend beleuchtete Professor Dr. Ludwig Hüttl (München) unter dem Titel „Die Geschichte als Wegweiser für heute?“ die Entstehung und Entwicklung des Genossenschaftswesens von der Antike bis zur Gegenwart und stellte diese in einen Konnex zu den Aufgabenstellungen des Staates. Der Soziologe Professor Nadio Delai (Rom) erläuterte in seinem Beitrag „Der Staat zieht sich zurück – was dann?“, dass dieser Rückzug große Chancen für Genossenschaften eröffnet, sofern es diesen Genossenschaften gelingt, ihre eigenen Grundprinzipien immer wieder neu zu interpretieren.
Interessant war auch der Beitrag von Frau Direktorin Elena Romagnoli (Bologna) „Antworten auf den Rückzug des Staates anhand von Beispielen“, in dem sie sich am Beispiel der aktuellen Reform des Gesellschaftsrechtes in Italien vor allem kritisch mit der Erwartungshaltung des Genossenschaftswesens an einen Sozialstaat auseinandergesetzt hat.

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